Die Stiftung

Die Stiftung

DIE STIFTUNG
Saarländisches Staatstheater, 20. März 2003

Die Schneiderin Lene erzählt Anna, der Witwe des verstorbenen Wirtschaftsbosses Carl von Stahl, daß die staatliche und gesellschaftliche Ordnung zusammengebrochen sind, der Mob regiert, und Kannibalismus und Barbarei herrschen. Anna verbarrikadiert sich daraufhin in der Dachkammer ihrer Villa und lebt dort isoliert von der Außenwelt. Um ihre Lüge vom Zusammenbruch der Zivilisation glaubhaft zu machen, richtet Lene in Annas Park und Villa ein Obdachlosenasyl ein und verordnet den Penner, einmal die Woche, Donnerstag abends, ein lautstarkes Barbecue mit Lagerfeuern und Pferdefleisch zu veranstalten. Und einmal die Woche, am Donnerstag abend eben, kommt Lene zu Anna, um sie mit den notwendigsten Dingen zu versorgen: Parfum, Kopfschmerztabletten, Torte und die neuesten Informationen über den angeblichen Zustand draußen. Außerdem macht sie für Anna, die immer mehr abnimmt, die Kleider enger.

Hauptpunkt dieser Abende aber ist das „Unterhaltungsprogramm“, das die beiden Frauen veranstalten, um Anna von den grauenhaften Ereignissen draußen abzulenken: Lene verwandelt sich per Kostüm zunächst ins Dienstmädchen, der Anna, die Herrin, Erinnerungen an ihr verflossenes Eheleben zum Besten gibt, während Lene den Dame-Abend vorbereitet. Annas gute Freundin aus besseren Tagen, Jeannine, wird zu Torte und Brett-Spiel „erwartet“. Aber Jeannine wird nicht kommen. Nach Lenes Erzählung wurde sie in Annas Garten vom Mob gefressen. Tatsächlich hat Lene Jeannine erschlagen, als diese heute abend überraschend auftauchte.

Regie: Richard Beck
Komposition & Sounddesign: Roderik Vanderstraeten