Nell Wartet

NELL WARTET
Theaterhaus Stuttgart, Premiere 07. Februar 2006

Existenzielle Erkundung: Eine Gruppe von Menschen, zusammengewürfelt in einem Raum, konfrontiert mit dem Unerklärlichen – dem Warten. Auf scheinbar alles, auf scheinbar nichts … Wenn aber Zeit keine Rolle mehr spielt, wenn das Warten kein konkretes Ziel mehr hat, sondern sich auf das Dasein selbst bezieht, entsteht ein Theater der Zeitlosigkeit, wie das von Samuel Beckett. Nina Kurzeja ist allerdings weit entfernt davon, ein Werk des großen irischen Dramatikers eins zu eins als Tanztheater zu inszenieren. Doch sie schlägt aus den Beckettschen Texten Funken für eine Darbietung, die weit über bloßes Tanz- oder Sprechtheater hinausreicht.

„So füllt auch der Zuschauer eine Stunde lang seine Ungeduld mit Warten – „Nell wartet“ wirkt als Anti-Zeitgeist-Expose. Nina Kurzeja und das Tänzer-Schauspiel-Ensemble enttarnen Glimmer und Glamour in jeder Form.“ Stuttgarter Zeitung

„Wie Kurzeja nun die drei Tänzer in ihren Kontaktimprovisationen und der Darstellung ihrer psychischen Zustände mit den beiden Schauspielern in Beziehung setzt, ist reizvoll und abwechslungsreich. Soli und Paaraktionen erzählen von der Isoliertheit und vom Eingespanntsein in den eigenen Körper, von der Sehnsucht nach Entgrenzung und Kommunikation. … Wenn sie, nachdem Clov seinen Schlussmonolog vom Schatten und Rest am Ende gesprochen hat, wieder durch die Tür verschwinden, nehmen sie auch die Wärme des Lichts und der barocken Musik (von Roderik Vanderstraeten nun verfremdet) mit sich. … „Ich bin ja heut so glücklich.“, schlagert es aus dem Lautsprecher – ein fast heiteres Finale. Aber die Bühne ist kalt wie am Anfang. Nell wartet noch immer.“ Esslinger Zeitung

Nina Kurzeja schlägt aus den Beckettschen Texten Funken für eine Darbietung, die weit über bloßes Tanz- oder Sprechtheater hinausreicht.

Konzept, Idee und Choreographie: Nina Kurzeja
Musikdesign: Roderik Vanderstraeten
Bühne und Kostüme: Okarina Peter und Timo Dentler
Licht: Udo Haberland
Dramaturgie: Jens Schroth
Texte: Samuel Beckett

Darsteller: Brit Rodemund, Pilar Murube, Volkhard Samuel Guist, Rut Oberer, Uwe-Peter Spinner, Andrej Kritenko