Vita

RODERIK VANDERSTRAETEN

Dipl. Audio Engineer
Komponist
Musiker
Sound Designer
Musikproduzent

Stuttgart 2015 Seit 2015 wohnt und arbeitet Vanderstraeten erneut in Stuttgart. Er ist derzeit mit seinem Musikatelier und Tonstudio als Gast teil von kunstortELEVENartspace in Starzach/Börstingen. Zeichnungen, Malereien und plastische Modellierungen unter dem Künstlernamen RIAV seit 1999.

2013 gründet Vanderstraeten “HARMONIE59”, eine Plattform für Komponisten, Musiker und Sound Designer. Ein Netzwerk für musikalische Projekte und interdisziplinäre Musikproduktionen. “HARMONIE59” besteht aus Tonkünstlern der Musik und durch langjähriger Erfahrung mit Autoren, Regisseuren, Choreographen, Bühnen- und Kostümbildnern, Medienkünstlern und Darstellern, Schöpfern der Klänge für Geschichten und Menschen. Kompositionen und Improvisationen aus der Reflektion der Theater- und Bühnenwelt. Somit entstanden Kooperationen mit Mitgliedern von “HARMONIE59” für Tanz-, Schauspiel- und Filmproduktionen. Für Glaube Liebe Hoffnung am Staatstheater Nürnberg produziert er die Musik in Zusammenarbeit mit Scott Roller (Cellist) und Ole Schmidt (Saxophonist und Klarinettist) . Die Musik wird über drei Tage im Tonetemple Studio in Unterensingen aufgenommen und für die Inszenierung von Georg Schmiedleitner verarbeitet und programmiert.

Berlin 2011 – 2014 Vanderstraeten lebt mit seiner Familie von 2011 bis 2014 in Berlin. 2011 übernimmt er die Musikalische Bearbeitung für die Inszenierung von Bernarda Horres King Arthur an der Jungen Staatsoper in Hannover. Zwischen 2012 und 2014 choreografiert und inszeniert Vanderstraeten für die Folkwang Universität der Künste Essen. Zusammen mit Folkwang-Schauspielstudenten und Folkwang-Spielerinnen des Physical Theatre entstehen in der Zeche I. in Bochum die Sprech-, Tanz-, und Musiktheater Produktionen Fremd, Jamais Vu und Die Kahle Sängerin. Zusammenarbeit mit Regisseurin Katja Langenbach für Michael Kohlhaas, Fragebogen I-XI, Oedipus Stadt und Andorra am Konzert und Theater St Gallen. Für den Ersten Teil von Fragebogen I-XI inszeniert und komponiert Vanderstraeten ein 40 Minuten Musiktheaterstück mit 4 Tänzer und 2 Schauspieler des Ensembles. “Die Musik spielen die sechs Frageakrobaten gleich selbst, rund um, auf und unter dem Frisch-Tisch. Antworten sind zwecklos, die Szenerie ist urkomisch, die Einfälle grandios (besonders wo es um Freundschaft oder ums Geld geht) und selten (bei den „Heimat“-Fragen) auch mal platt. Frischs moralisch hoher Frageton wird von Vanderstraeten mit einer musikalischen Ironie dekonstruiert, die an Marthaler erinnert.”(Saiten Ostschweizer Kulturmagazin) In Berlin übernimmt er die Künstlerische Leitung für „Die Stadteiloper im Märkischen Viertel“ im Rahmen des Kulturagentenprogramms für die Schuljahre 2013/2014.

Bochum 2005 – 2011 Von 2005 bis 2011 wohnt Vanderstraeten mit seiner Familie in Bochum und gastiert regelmässig am Schauspielhaus Bochum. 2007 macht Vanderstraeten eine Weiterbildung als Geräuschemacher am Figurentheater-Kolleg Weiterbildungsinstitut für Kunst und Pädagogik in Bochum. Für die Eröffnung der neue Schauspiel Intendanz von Elmar Goerden am Schauspielhaus Bochum ist Vanderstraeten als Komponist und Sounddesigner für die Schauspielproduktionen Die Stunde da wir nichts voneinander wussten, Iphigenie auf Tauris (Regie Elmar Goerden) und Das Kalte Herz, Der Luftballonverkäufer (Regie Martina van Boxen) zuständig. Desweiteren arbeitet er für das Junge Schauspielhaus Bochum als Musiker, Schauspieler und Choreograph. 2007 gründet er zusammen mit der Regisseurin und Leiterin des Jungen Schauspielhauses Bochum, Martina van Boxen, eine Junge Tanzkompanie und inszeniert die Tanztheaterstücke Mise en Abyme, N(E)W(T)LY, Tropfen und Golem. Das in 2007 uraufgeführte Musiktheaterstück Troi, für Kinder ab 3 Jahren, wird 2009 für das 10. Kinder- und Jugendtheatertreffen “Augenblick mal!” die nationale Biennale des Theaters für junge Zuschauer in Berlin und für das Kinder- und Jugendtheatertreffen NRW “Westwind” nominiert. Die Koproduktion der Theaterwerkstatt Hannover mit dem Schauspielhaus Bochum gastierte im Juli 2011 auf Einladung des Goethe-Instituts Chennai viermal in Indien. Insgesamt besuchen ca. 750 große und kleine Zuschauer die Vorstellungen auf zwei internationalen Festivals: „The little Theatre´s Festival“ im Egmore Theater in Chennai und auf dem „AHA!“ Festival in Bangalore mit standing ovations. Ausserdem ist Vanderstraeten beim “Schülertheatertreffen Ruhrpott Oskar” in den Bochumer Kammerspiele vom 2006 bis 2009 Jurymitglied und hat die Musikalische Leitung für die Projekte “Hauptschule in Bewegung” in 2006 und 2007. Zusammenarbeit mit Regisseurin Jorinde Dröse für I Hired a Contract Killer am Schauspielhaus Bochum, Minna von Barnhelm oder das Soldatenglück am Schauspiel Frankfurt und Nora oder ein Puppenheim am Maxim Gorki Theater Berlin. I Hired a Contract Killer wird 2009 beim Theaterfestival “Westwarts 09” zum NRW-Publikumspreis ausgezeichnet. “Ein toller Erfolg für das spitzfindige Regieteam, das die schwer zu Herzen gehende Geschichte des Pechvogels Henri mit viel Liebe und formidablen Ideen zu einem leicht-beschwingten Abend drehte. Die Schauspieler um Henning Hartmann und Maja Beckmann sowie der exzellente Musiker Roderik Vanderstraeten, der das Geschehen auf zauberhafte Art lautmalerisch begleitet, sorgten schon bei vielen Vorstellungen in den Kammerspielen für ein zumeist ausverkauftes Haus. Der Musiker Roderik Vanderstraeten sitzt während der gesamten Aufführung auf der Bühne inmitten seiner unwahrscheinlich vielfachen Gerätschaften und entwirft ein Geräusch nach dem anderen: er lässt Türen quietschen, Trambahnen rattern, Beine poltern, Uhren ticken und Wasserhähne tropfen – so täuschend echt, dass man sich als Zuschauer so manches Mal in dieses Spiel vertieft und darüber das eigentliche Geschehen auf der Bühne vergisst. So gelingt Vanderstraeten bei dieser Produktion ein Element in den Vordergrund zu stellen das in vielen Theaterinszenierungen eine “untergeordnete” Rolle spielt: Der Ton.” (Ruhr Nachrichten, Max Florian Kühlem)

München 2003 – 2005 Seit der Geburt von seines Sohnes Viktor in 2003 lebt Vanderstraeten mit seiner Familie in München und genießt vorübergehend Elternzeit. An dem Akademietheater München entsteht die Komposition für Momentsterben, in der Choreographie von Katja Wachter (Selfish Shellfisch).

Stuttgart 1998 – 2003 Von 1998 bis 2003 lebt und arbeitet Vanderstraeten in Stuttgart. Zahlreiche Tanzproduktionen mit Choreografen und Filmproduzenten Jean-Christophe Blavier erfolgt für das Stuttgarter Ballet u.a. E=mc2 und Elle e(s)t Moi mit Marcia Haydee und Vladimir Malakhov. Für Out of Silence mit Marcia Haydee und dem Kletzmer-Klarinettisten Giora Feidmann komponiert er teilweise die Musik und begleitet die Aufführungen auch als Tonmeister bei Gastspielen in Deutschland und Norwegen. Anlässlich des “Jahres der Berge 2002” entsteht in Bozen, Italien die Co-Produktion der Stiftung Neues Stadttheater, Landesauditorium Bozen und Tanzsommer Innsbruck, die multimediale Tanzaufführung Dolomytica. Die Musik wird von Roderik Vanderstraeten und João de Bruço eigens komponiert und live aufgeführt, erlangt internationale Resonanz und wird 2003 in Bozen mit dem Premio Danza & Danza für die beste Originalmusik für Tanz ausgezeichnet. Die Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Musiker führt Vanderstraeten zu einer intensiveren Auseinandersetzung mit traditioneller und moderne música erudita. Für das multimediale Dolomytica bauten die beiden Musiker eigene Instrumente (Dualchord, Teufelsgeige, Zinkkalimba) und komponierten die phantasievolle und vielfältige Musik, die antike Themen und modernste Technik mit Saiten- und archaischen Musikinstrumenten wie Steinen, Rasseln oder Hölzern verbindet, mit den feinsten Möglichkeiten modernster Technologien zu einer spektakulären Aufführung von enormer musikalischer Kraft. Die enge Zusammenarbeit mit Tänzer und Choreograph Marco Santi (Theaterhaus Stuttgart, Die Rampe Stuttgart, Theater Osnabrück, Kunsthalle Dominikanerkirche Osnabrück, Konzert und Theater St. Gallen) umfasst seit 1999 über 20 abendfüllende Tanztheater-Kompositionen; u.a. Die Geliebte, Bach, Mysterium der Zahlen, Lost & Found, Dilemma, Spielregeln, Penelope, Silber, Verkörperter Spiegel, Les Chambres, Bernarda Alba Haus, Body Sound, Oedipus, Penelope, Pasolini, Codex, Die Stunde da wir nichts voneinander wussten und Fragebogen I-XI. Mit der Stuttgarter Regisseurin und Choreographin Nina Kurzeja entwickelt Vanderstraeten Sounddesign und Musik für Theaterproduktionen wie u.a. MM – Die Ultimative Quiztanzshow, Nell Wartet, Schule der Gottlosigkeit, Strom, Alice im Iconland und Ida Herion. Mit Alice im Iconland gelingt es Vanderstraeten und dem Cellisten Scott Roller eine einzigartige und wunderbare Musik- und Tanztheater Komposition zu schreiben, die den Beginn einer kontinuierlichen Zusammenarbeit markiert. Mit Fabian Chyle (Cross Over Art Concepts) entstehen Stimmkompositionen und Sounddesign für Musik der Jahrhunderte Stuttgart, No PLace Construction (ECLAT 2005 in Theaterhaus Stuttgart) und Klangobjekte für das Siemens Kulturprojekt in Nürnberg. Für die Vorbereitung und Forschung der Musikgestaltung besucht Vanderstraeten Workshops bei STEIM (Studio for Electro-Instrumental Music) in Stuttgart und Amsterdam. Von 2001 bis 2004 ist Vanderstraeten Keyboarder bei der Rock-Pop-Band Royaltease mit Eric Gauthier. In 2004 spielen Eric Gauthier, Jens-Peter Abele und Roderik Vanderstraeten in der Theater-Kiste am Staatsschauspiel Stuttgart eine Woche lang das bemerkenswerte unplugged Konzert One Week Only – Emotions in a Box.

London 1996 – 1998 Nach seiner Ausbildung als Rudrist entscheidet sich Vanderstraeten für eine Ausbildung als Dipl. Audio Engineer in London. Während seiner Ausbildung am SAE Institute UK komponiert und arrangiert er für das London Studio Center, Wildlife Jazz Company und für das Musical Behind the Mask in Norwegen. In 1998 absolviert er erfolgreich die School of Audio Engineering und wird zeitnah von Jean-Christophe Blavier nach Stuttgart eingeladen. Für das Stuttgarter Ballett komponiert Vanderstraeten, in Zusammenarbeit mit der Countertenor Andreas Scholl, in 1998 seine erste abendfüllende elektronische Komposition, Ein Sommernachtstraum. Diese Produktion gastiert nach zahlreichen Vorstellungen am Staatstheater Stuttgart in 2003 am Théatre Capitole du Toulouse in Frankreich.

Lausanne 1994 – 1996 Seine Erfahrung als junger Tänzer bringt ihn 1994 unter Begleitung von Tanzpädagogin Christel Steffens und dem international-renommierten Tänzer und Ballettmeister Piotr Nardelli an die weltberühmte „L´Ecole-Atelier Rudra Béjart Lausanne”, Schweiz. Von 1994 bis 1996 studiert Vanderstraeten klassisches Ballett, Martha-Graham-Technik, Limón-Technik, Tanzrepertoire von Maurice Béjart, Musiktraining für Stimme und Rhythmik, Kendo, Zeitgenössischer und Traditioneller Tanz und Drama. Vanderstraeten arbeitet u.a. mit Maurice Béjart, Michel Gascard, Svetlana Bally-Andreeva, Carolyn Carlson, Sylvie Guillem, Yoshi Oida (Peter Brook), Alain Louafi und Olivier Perrenoud (7. Dan). Zwischen 1995 und 1996 komponiert und arrangiert er für die Tanzakademie Rudra Béjart Lausanne die Musik zu u.a. The Cyber Nite, eine Fashion Show von Malou Lenglain , Suite Qreque von Maurice Béjart, Open Hearts von Douglas Nielsen und tanzte in den Rudraproduktionen Pourqoi pas Prévert und Rudra96 europaweit. In Lausanne begegnet er dem Tänzer und Choreographen Jean-Christophe Blavier und produziert zum ersten Mal für das Stuttgarter Ballett die Musik und das Sounddesign für Cinderella.

Brüssel 1973 – 1994 1973 in Brüssel, Belgien, geboren. Von 1983 bis 1989 studiert Vanderstraeten an der Stedelijk Muziekconservatorium Musiktheorie, Klavier und klassische Gitarre und nimmt Ballettunterricht bei Rita Teugels in Oostende. 1989 erhielt er sein Diploma für Noteleer-Graad van Uitmuntendheid. Seine erste Erfahrung mit elektronischer Musik beginnt in 1985 als er ein Casio Pt80 geschenkt bekommt. Der Wunsch, die Entwicklung von MIDI- und Computermusik intensiv zu erforschen wird in 1990 Realität. Mit dem Sequenzer Cubase v1.8 von Steinberg, das Notationsprogramm Encore 2.0 von Passport Design Inc. und der Macintosh IIsi (Motorola 68030-processor mit 20 MHz, 40 MB HD, 1 MB RAM) entdeckt er seine Faszination für die künstlerisch-ästhetische Begegnung der elektronischen Musik und die damit verbundenen naturwissenschaftlichen Aspekte der Physik und Elektrotechnik. Gleichzeitig studiert er Woordkunst en Drama an der Kunsthumaniora in Brüssel. Diese spartenübergreifende Grundausbildung in den Darstellenden Künsten bietet Vanderstraeten immer wieder die Möglichkeit Computermusik in Verbindung zu bringen. Von 1992 bis 1993 studiert er an der Hochschule Studio Herman Teirlinck in Antwerpen, bricht das Studium ab, macht in 1994 Abitur und qualifiziert sich für weitere Ausbildungen für Musik und Darstellende Künste.