Wir leben im Verborgenen
Ceija Stojka
Landesmuseum Württemberg
Premiere 19. Dez. 20219
geboren 1933 in Kraubath/Steiermark, entstammte einer Familie reisender Roma, überlebte die Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau, Ravensbrück und Bergen-Belsen. Nach ihrer Rückkehr lebte und arbeitete sie bis zu ihrem Tod 2013 als Marktfahrerin in Wien und Umgebung.
In unserer Bearbeitung werden Lieder, Romanzen und Balladen, die einst Wolf Biermann aus dem Russischen ins Deutsche brachte mit ihrem Lebensbericht verwoben.
So, wie Ceija Stojka als erwachsene Frau entschieden hat, ihre schmerzhaften Erfahrungen aufzuschreiben, aufzustehen, ihre Stimme zu erheben, ihre Geschichte zu erzählen, um die Ungerechtigkeit und die Ressentiments gegenüber anders lebenden Volksgruppen wie Roma und Sinti laut zu machen, wider neuer rechtspopulistischer Stimmen, die Existenzängste und Nöte verunsicherter Menschen nutzen, unsere demokratischen Grundrechte, -pflichten und Werte zu unterwandern, so widmen wir unsere Stimmen, unsere Melodien, unser künstlerisches Handwerk und Intension dem Lebensbericht einer, der für so viele Menschenleben Zeugenschaft ablegt. Wider das Vergessen.
„Früher, wenn wir gefahren sind, haben die Alten gesungen und erzahlt, und plotzlich war dieser Umbruch da. Man hat dieser beim einzelnen Menschen gespürt, dass man nicht mehr erwünscht ist. Die Gadje haben nicht mehr gelacht.“
Ceija Stojka aus „Träume ich, dass ich lebe?“
Textfassung, Regie, Stimme, Gesang: Katja Uffelmann
Stimme, Gesang: Barbara Stoll
Musikalische Leitung, Gitarre, Klavier: Roderik Vanderstraeten
Geige: Katharina Wibmer
Kontrabass: Christoph Sauer